Fragen & Antworten
Häufige Fragen und Antworten zur Anthroposophischen Medizin und unseren Arzneimitteln
Wörtlich übersetzt bedeutet Anthroposophie „Weisheit vom Menschen“. Rudolf Steiner begründete Anfang des 20. Jahrhunderts die Anthroposophie als eine Wissenschaft zum Verständnis von Natur, Geist und menschlicher Entwicklung.
Anthroposophische Medizin verbindet schulmedizinische mit etablierten Ansätzen der Komplementärmedizin zu einem stimmigen Ganzen. Deren Ziel ist Erforschung der physischen, seelischen und geistigen Phänomene des Menschen und deren Zusammenhang mit der Natur und dem Kosmos. Anthroposophische Medizin ist integrativ und eine zuhörende und eine sprechende Medizin: das vertrauensvolle Gespräch zwischen Arzt und Patient ist der erste Schritt zur Genesung. Sie fragt, was es für eine ganzheitliche Gesundheit braucht. Dabei bezieht sie neben der körperlichen auch die seelische und geistige Ebene des Menschen in die Diagnose ein und entwickelt darauf aufbauend eine individuelle Therapie.
Die Integrative Medizin entwickelt ein Gesamtkonzept mit dem Ziel zusätzlich zu schulmedizinischen Methoden das Wohl der Patientinnen und Patienten mit Naturheilverfahren individuell zu fördern.
Konkret bedeutet das, dass die Anthroposophische Medizin neben konventionellen Arzneimitteln und Therapieverfahren einen reichen Schatz weiterer Therapiemöglichkeiten einsetzt. Dazu gehören neben den Anthroposophischen und Naturheilkundlichen Arzneimitteln auch Pflege-, Massage-, Bewegungs-, Kunst- und Gesprächstherapien.
Um diese gewinnbringend und ergänzend einzusetzen, werden Naturheilverfahren stärker wissenschaftlich in den Fokus genommen.
Die Anthroposophische Medizin erweitert den Blickwinkel über die körperliche Diagnose hinaus. Sie möchte nicht nur Symptome behandeln, sondern den gesamten Menschen mit seinen seelischen und geistigen Eigenschaften, seiner individuellen Biografie wahrnehmen. Ziel der Anthroposophischen Medizin ist, den Menschen als vielschichtiges Wesen in Krankheit und Gesundheit zu verstehen – und seinen Heilungsprozess auf allen Ebenen zu unterstützen.
Anthroposophische Ärzte und Therapeuten betrachten die körperlichen Beschwerden als lediglich einen Teil der Erkrankung. Bei der Auswahl eines anthroposophischen Arzneimittels lässt sich ein Arzt oder Therapeut nicht nur von den Symptomen einer Krankheit leiten. Darüber hinaus erfasst er den Menschen in seiner Gesamtpersönlichkeit, seine Lebensbesonderheiten nach menschenkundlichen Gesetzmäßigkeiten.
Mit Hilfe entsprechend ausgewählter anthroposophischer Arzneimittel kann der körpereigne Selbstheilungsprozess aktiviert, ein gestörtes Gleichgewicht wieder in die Balance gebracht und die Abwehrkraft des Patienten gestärkt werden.
Anthroposophische Arzneimittel fördern den Gesundungsprozess im menschlichen Organismus auf natürlich Weise. Dabei ergänzen sie die Medikamente aus der Schulmedizin. Die konventionelle Medizin ist häufig noch darauf ausgerichtet, Krankheitsprozesse zu unterdrücken, Krankheitskeime abzutöten und fehlende Stoffe zu ersetzen, hier geht die Anthroposophische Medizin den Schritt weiter. Sie will bewirken, dass der Organismus – wo immer es möglich und sinnvoll ist – eine Krankheit aus eigener Kraft überwindet.
Die Rohstoffe wie Heilpflanzen, Mineralien oder Metalle stammen aus natürlichen Vorkommen. Bei der Weiterverarbeitung kommen auch besondere, Weleda-spezifische Verfahren zum Einsatz. Biologisch-dynamischer oder kontrolliert biologischer Heilpflanzenanbau sowie zertifizierte Wildsammlung bilden die Basis der besonderen Weleda Qualität: gesunde und vitale Pflanzen, die ohne chemische Pflanzenschutzmittel und dank der über 90-jährigen Erfahrung im Heilpflanzenanbau wirksame Heilkräfte entwickeln.
Besonders sind auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe und die Herstellung der Weleda Arzneimittel: Moderne technische Verfahren in Verbindung mit traditionellen Verfahren, etwa dem Einsatz rhythmischer Prozesse, zeichnen die Herstellungsprozesse bei Weleda aus.
In der Klassischen Homöopathie bestimmt das Arzneimittelbild, das durch Versuche an Gesunden entstanden ist, die Auswahl des Medikaments: „Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt“. Die traditionelle Phytotherapie setzt ihre Arzneimittel aufgrund jahrhunderte- und jahrtausendealter Erfahrung ein, während die moderne Phytotherapie wirkstofforientiert ist, entsprechend der modernen Pharmakologie. Beide – Homöopathie und Phytotherapie - bleiben jeweils auf ihr Lehrgebäude bezogen: Homöopathen setzten ausschließlich Homöopathika ein, Phytotherapeuten allein pflanzliche Mittel.
Anthroposophische Therapeuten finden die für den Patienten passenden Medikamente gemäß den Besonderheiten der Krankheit und den dazugehörigen Entsprechungen in den Naturstoffen, die pflanzlichen, mineralischen, metallischen und tierischen Ursprungs sein können. Zu den Anthroposophischen Arzneimitteln gehören sowohl homöopathisch potenzierte als auch konzentrierte pflanzliche oder komplex zusammengesetzte Mittel.
Damit sind Anthroposophika allseitig orientiert und beschränken sich nicht auf eine bestimmte pharmazeutische Besonderheit.
Das Rh-Verfahren ist ein Weleda-spezifisches Herstellverfahren, Kennzeichnung durch „Rh“ für „Rhythmus“. Dieses dient oft zur Anregung der rhythmischen Prozesse im Menschen.
Mit Hilfe des Rh-Verfahrens entstehen spezielle wässrige Präparate aus Frischpflanzen. Dazu werden Pflanzenpresssäfte wiederholt morgens auf 37 Grad erwärmt, rhythmisch geschüttelt, abends auf 4 Grad abgekühlt und erneut rhythmisch geschüttelt. Die so entstandenen fermentierten Präparate bedürfen keiner Konservierung, solange sie verschlossen und kühl gelagert werden.
Um die begrenzte Haltbarkeit angebrochener Packungen zu berücksichtigen, sind die wässrigen Rh-Dilutionen nur in kleinen Gebinden von 20 ml erhältlich
Das Rh-Verfahren hat besondere Vorteile bei Arzneimitteln für Kinder, wenn es darum geht, Alkohol als Konservierungsmittel zu vermeiden.
Das Vegetabilisieren von Metallen ist ein von Rudolf Steiner angeregtes Herstellverfahren:
Dabei wird aus einem Erzmineral (z.B. Chalkosin) bzw. einem natürlich vorkommenden Metall (z.B. gediegenes Silber) eine lösliche Zubereitung hergestellt. Diese dient als „Düngemittel“ für die Erde, in der die jeweilige Heilpflanze wächst. In der Regel wird die Pflanze zur Blütezeit geerntet und kompostiert. Im nächsten Frühjahr düngt dieser Kompost ein neues Beet für die gleiche Pflanzenart.
Dieser Prozess wiederholt sich noch einmal, bevor im dritten Zyklus die Heilpflanze herangewachsen ist, die dann zum Arzneimittel verarbeitet wird. Auf diese Weise wird das leblose Metall in einen Lebensprozess eingeschleust, dabei potenziert und dynamisiert. Im Präparat Bryophyllum Argento cultum beispielsweise wirkt also nicht nur die Keimzumpe (Bryophyllum), sondern vor allem das Silber, das über drei Jahre lang im Lebensprozess dieser Pflanzenfolge wirksam geworden ist.
Das griechische Wort Dῶron (Doron) ist Namens-Bestandteil von vielen Weleda Arzneimitteln, übersetzt bedeutet es „Geschenk“ oder auch „Gabe“.
Weleda stellt unter anderem anthroposophische Arzneimittelkompositionen her, die so zusammengesetzt und verarbeitet sind, dass sie eine Art Vorbildfunktion für gesundheitsfördernde Prozesse in Organen und Organsystemen übernehmen. Für diesen gesundheitsbildenden Vorbildcharakter kommt es weniger auf einzelne Inhaltsstoffe als auf die Gesamtkomposition an.
Rudolf Steiner hat diese sogenannten „Dorone“ (= Geschenke oder Gaben) für „typische Krankheiten“ und Krankheitsdispositionen unserer Zeit, wie Migräne, Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Sklerose und Stoffwechselstörungen, konzipiert und empfohlen. Es handelt sich um spezielle Typenmittel, die dem Organismus „zeigen“, wie er die verlorene gesunde Funktion wiedererlangen kann. Sie haben eine Art Leitmotivwirkung, welche die Funktionen und Prozesse der entsprechenden Organe und Systeme anspricht.
Diese sogenannten Typenmittel sind demnach vor allem bei weit verbreiteten Erkrankungen, die allgemeine Charakteristika und Gesetzmäßigkeiten aufweisen, indiziert.
Anthroposophische Arzneimittel enthalten häufig mehrere Wirkstoffe, die sich entweder als Kombination ergänzen oder als Komposition eine neue Einheit mit einer spezifischen Wirkqualität bilden:
Kombination: Def. „Addition“ verschiedener Inhaltsstoffe.
Die einzelnen Inhaltsstoffe entsprechen häufig dem jeweiligen Anwendungsgebiet, jede der enthaltenen Substanzen wird für sich hergestellt und einzeln potenziert, es entstehen „Mischungen“.
Komposition: Def. Zusammenfügen verschiedener Inhaltsstoffe mithilfe pharmazeutischer Prozesse. Es entsteht eine neue Einheit mit spezifischer Wirkqualität.
Gesetzliche Krankenversicherungen bezahlen grundsätzlich alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel der Weleda.
Davon ausgenommen sind lediglich verschreibungspflichtige Weleda Arzneimittel, die bei Bagatellerkrankungen wie z.B. Erkältung oder Reisekrankheit verordnet werden (vgl. § 13 Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) und Arzneimittel, die laut der Anlage III der AM-RL ausgeschlossen sind (vgl. § 16 AM-RL). Hierzu zählt z.B. der Ausschluss einer Verordnung von Cardiodoron® bei Hypotonie.
Für Kinder bis 12 Jahre und für Jugendliche bis 18 Jahre mit Entwicklungsstörungen.
Davon ausgeschlossen sind Arzneimittel, die von den Ausschlüssen nach Anlage III der AM-RL umfasst sind (§ 16 AM-RL).
Bei Ausschlüssen nach Anlage III kann der Arzt allerdings in medizinisch begründeten Einzelfällen dennoch auf Kassenrezept verordnen (§ 16 Abs. V AMRL):
Wenn das Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gilt (§ 12 Abs. 6 AM-RL). Eine Übersicht über den Therapiestandard anthroposophischer Arzneimittel gibt die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD) heraus. Das Dokument ist online verfügbar unter www.gaed.de. Die Verordnung ist in der ärztlichen Dokumentation durch Angabe der entsprechenden Diagnose zu begründen.
Wenn ein Arzneimittel zur Bekämpfung einer schwerwiegenden unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) eingesetzt wird. Auch hier ist die Verordnung in der ärztlichen Dokumentation durch Angabe der entsprechenden Diagnose zu begründen. 1 Die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) wird vom Gemeinsamen Bundesausschuss herausgegeben. Sie präzisiert den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und ist online verfügbar unter www.g-ba.de.
Einige Krankenkassen haben ihre Satzungen erweitert und erstatten nicht verschreibungspflichtige anthroposophische Arzneimittel. Eine Übersicht ist zu finden auf https://www.bah-bonn.de/unsere-themen/satzungsleistungen/. So kommt der Versicherte zur Erstattung: Der Arzt stellt ein Privatrezept aus, der Versicherte reicht dieses zusammen mit der Apothekenquittung bei der Krankenkasse ein. Nicht erstattet werden Arzneimittel, die der Gemeinsame Bundesausschuss aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen explizit ausgeschlossen hat.
Gesetzliche Krankenkassen erstatten nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel seit 2004 in der Regel nicht mehr. In Ausnahmefällen werden sie jedoch bezahlt.
Private Krankenversicherungen erstatten viele verschreibungspflichtige und zum Teil auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel. Dies ist je nach Krankenkasse unterschiedlich geregelt. Es wird empfohlen, sich im Einzelfall bei der jeweiligen privaten Krankenkasse über die Erstattung des betroffenen Arzneimittels zu informieren.
Freiverkäufliche (d.h. nicht apothekenpflichtige) Arzneimittel sind generell nicht erstattungsfähig.
Wir arbeiten in den einzelnen Ländern bereits mit Partnern zusammen. Für jedes Land, in dem unsere Produkte vertrieben werden gelten landesübliche Aufmachungen und Sortimente.
Da wir großen Wert auf eine faire und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Anbietern vor Ort legen, geben wir Produkte, die für den deutschen Markt bestimmt sind nicht für den Export ab.
Wenn Sie ein Weleda Produkt aus dem Ausland beziehen möchten, kann eine Apotheke mit Import-Genehmigung oder eine internationale Apotheke es für Sie aus dem Ausland bestellen.
Für Weleda Tabletten wird Weizenstärke eingesetzt, deren Eiweißanteil auf maximal 0,3 % reduziert wurde. Sie enthalten damit eine sehr geringe Menge Gluten. Produkte, die Weizenstärke mit diesem Eiweißanteil enthalten, gelten nach den Anforderungen der Deutschen Zöliakiegesellschaft als glutenfrei.
Wenn Patienten an Zöliakie leiden ist es sehr unwahrscheinlich, dass die Tabletten Probleme verursachen. In der Packungsbeilage finden Sie die genauen Angaben des jeweiligen Gluten-Gehalts.
Wenn eine Weizenallergie (nicht gleichzusetzen mit Zöliakie) vorliegt, dürfen die Tabletten nicht eingenommen werden (Gegenanzeige).
Einige Arzneiformen wie Tabletten und Verreibungen (Pulver) werden auf der Grundlage von Lactose (Milchzucker) hergestellt. Die geringe Menge an Lactose, die in Tabletten enthalten ist, ist für Patienten mit einer Lactoseunverträglichkeit in der Regel unbedenklich.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass die meisten Betroffenen unter einer lactosearmen Kost (8 bis 10 g Lactose/Tag – das entspricht etwa 200 ml Milch) keine Beschwerden entwickeln.
Zum Vergleich: Eine Weleda Tablette enthält, je nach Gewicht 180 bis 250 mg Lactose.
Natürliche Konservierung mit Alkohol: Für die Herstellung und Haltbarmachung verschiedener Pflanzenauszüge ist Alkohol (Ethanol) oft unverzichtbar. Werden alkoholhaltige Arzneien an Kinder verabreicht, kann dies bei Eltern manchmal zu Verunsicherung führen.
Doch eine durchschnittliche Dosis von 5 – 10 alkoholhaltigen Tropfen, verteilt in einem Glas Wasser oder Tee, ist weder schädlich - noch beeinträchtigt sie ein Kind. In heißen Tee geträufelt, verdunstet der Alkoholanteil einer Arznei sogar größtenteils. In verschiedenen Nahrungsmitteln kommt Alkohol in geringen Mengen natürlicherweise vor. Zum Vergleich: 20 Tropfen eines 30%igen Arzneimittels enthalten höchstens 0,25 g Alkohol – 1 Glas (200 g) Apfelsaft enthält ca. 0.7 g Alkohol.
Alle Dilutionen oder Ampullen mit der Bezeichnung „Rh“ sind wässrige Auszüge und enthalten keinen Alkohol.
Nein das Weleda Arzneimittelsortiment enthält Darreichungsformen, wie Sirupe, Streukügelchen, Tabletten und Pulver bzw. Verreibungen, die u. a. auch Zucker (Saccharose) und Milchzucker (Lactose) enthalten:
Sirupe enthalten Zucker (Saccharose) und sind daher für Diabetiker nicht geeignet.
Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharose-Isomaltose-Mangel sollten Sirupe nicht einnehmen.
Streukügelchen (Globuli) enthalten Saccharose (Sucrose) der Größe 3 nach HAB, an denen die Arzneistoffe angetrocknet werden. 120 Kügelchen der fertigen Zubereitungen entsprechen ca. 1 g.
Hinweis für Diabetiker: 15 Kügelchen entsprechen 125 mg Saccharose, bzw. 0,01 BE.
Tabletten enthalten als Trägerstoff gewöhnlich Lactose, meist mit Zusatz von Weizenstärke.
Das Gewicht beträgt bei homöopathischen Einzelmitteln in der Regel 0,28 g, bei anderen Präparaten 0,2 g oder 0,25 g.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten lactosehaltige Arzneimittel nicht einnehmen. Weizenstärke kann geringe Mengen Gluten enthalten, die aber auch für Patienten, die an Zöliakie leiden, als verträglich gelten.
Pulver (Verreibungen) enthalten Lactose als Trägerstoff (Medium). Zubereitungen, die nach den Vorschriften 6 und 7 des HAB (Homöopathisches Arzneibuch) hergestellt sind, werden als Verreibungen bezeichnet.
Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten lactosehaltige Arzneimittel nicht einnehmen.
Bei der Entwicklung der Salbengrundlagen wurde darauf Wert gelegt, dass die Hilfsstoffe aus demselben Naturreich stammen wie die Wirkstoffe. Bei den Salben, die Metalle oder Minerale als Wirkstoff enthalten, wurden deshalb Gelbes Vaselin und Dickflüssiges Paraffin (Kohlenwasserstoffe, aus Erdöl stammend) gewählt.
Bei den Salben mit pflanzlichen und/oder tierischen Wirkstoffen hingegen wählte man Hilfsstoffe aus dem Pflanzenreich (Sesamöl oder Erdnussöl) und dem Tierreich (Wollwachs, Wollwachsalkohole, Bienenwachs).
Kohlenwasserstoffe sind sowohl chemisch und physikalisch indifferent als auch gut verträglich und allergologisch völlig unproblematisch. Sie greifen also weder die Wirkstoffe an noch werden sie von der Haut aufgenommen. Letzteres ist von Vorteil, weil eine Aufnahme der metallischen/mineralischen Wirkstoffe durch die Haut nicht gewünscht ist.
So musste durch Tests nachgewiesen werden, dass keine Metalle über die Haut aufgenommen werden. Dieser Nachweis wurde sowohl für Salben mit der reinen Vaselin/Paraffin-Grundlage erbracht als auch für Salben mit der W/O-Emulsionsgrundlage aus Vaselin, Dickflüssigem Paraffin, Protegin (= Emulgator) und Gereinigtem Wasser.
Für die pflanzlichen oder auch tierischen Wirkstoffe, deren Aufnahme durch die Haut gewünscht ist, wurden W/O-Emulsionsgrundlagen aus pflanzlichen Ölen, Bienenwachs, Wollwachs und dessen Alkoholen sowie Gereinigtem Wasser entwickelt. Diese Hilfsstoffe sind durch ihre Verwandtschaft zur menschlichen Haut gut verträglich. Auch das leider in die Schlagzeilen geratene Wollwachs enthält hochwertige Cholesterin-Ester, die den physiologischen Verhältnissen der menschlichen Haut recht nahekommen. Wollwachs ist deshalb als Hautpflegemittel prädestiniert; die Allergierate ist mit ca. 6 Personen bezogen auf 1 Millionen Menschen sehr gering.
Die Verwendung von Borax und Borsäure als Puffersubstanzen:
Borax und Borsäure sind als Wirk- und Hilfsstoffe in der europäischen Medizin und Pharmazie seit dem 16. Jahrhundert bekannt.
Mit der zunehmenden Aufmerksamkeit Nebenwirkungen gegenüber und dem wachsenden Wissen über toxische Wirkungen von Arzneistoffen kam es 1984 in Deutschland zu einem Verbot der Verwendung in allen Arzneiformen, außer in „ophthalmologischen Zubereitungen, die Borsäure bzw. deren Ester oder Salze zur Pufferung und/oder Isotonisierung enthalten“ (auch homöopathische Verdünnungen und Heilwässer wurden von dem Verbot ausgenommen). „Dabei sollen die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zugeführten Bormengen die Größenordnung der für Trinkwasser vorgeschlagenen Richtmenge (1 mg/L) nicht überschreiten“ (Pharm. Ztg. Nr. 30 vom 28.Juli 1983, S. 1643).
Wegen der gebräuchlichen Anwendung in Ophthalmika gibt es nach wie vor Monographien der beiden Substanzen im Ph. Eur. (2009). Lt. der APV-Monographie „Ophthalmika“ (R. Dolder und F.S. Skinner (Herausg.), Ophthalmika, Wiss. Verlagsgesellschaft, 4. Auflage, Stuttgart 1990) wird Borsäure in Augentropfen in Konzentrationen bis 3% eingesetzt.
Außerdem wird die Verwendung der beiden Stoffe als Bestandteile einer Pufferlösung erwähnt: „Natriumtetraborat: Wird in der Regel als Borsäure-Puffer eingesetzt, der für den alkalischen Bereich die größte Pufferkapazität aufweist“
Die Augentropfen der Weleda AG enthalten maximal 0,04% Borax und 0,11% Borsäure; dies entspricht umgerechnet* insgesamt max. 0,14% Borsäure. Die mit 2 Tropfen (< 0,1 ml, siehe oben) applizierte Menge Borsäure liegt deshalb unter 0,14 mg. Daraus folgt, dass auch bei 10 Applikationen pro Tag die zugeführte Menge (< 1,4 mg) geringer ist als die Menge Bor, die noch als akzeptable Zufuhr mit Trinkwasser gilt (Grenzwert laut Trinkwasserverordnung bei 1 mg/L; ergibt bei Aufnahme von 2 L pro Tag eine Zufuhr von max. 2 mg).
Neuere Erkenntnisse des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte), Stand 20.05.05, bestätigen die o.g. Auffassung zu Borverbindungen in Ophthalmika: „Das BfArM hat eine erneute Bewertung von borhaltigen Arzneimitteln – insbesondere unter Einbeziehung der neuen Literatur – vorgenommen und kommt danach zu dem Ergebnis, dass ein Warnhinweis bzw. die Angabe von Kontraindikationen bezüglich dieses Hilfsstoffes in den Produktinformationen von Ophthalmika, die Borsäure und deren Salze enthalten, nicht erforderlich sind. Eine entsprechende Änderung der Besonderheitenliste wurde vorgenommen.“
Die EU-Richtlinie 2008/58/EG vom 21.08.2008, auf die das Abgabeverbot für Borax zurückgeht, führt zwar im Anhang 1G für Borsäure die Einstufung als „Repr. Cat. 2; R 60-61“ auf, diese Beurteilung als „toxisch“ gilt jedoch erst ab einer Konzentration von 5,5%, so dass sie auf unsere Augentropfen nicht zutrifft.
Weleda gewährleistet die Qualität und Unbedenklichkeit der Produkte entsprechend der angegebenen Haltbarkeit nach dem Öffnen und bis zum Ablauf der angegebenen Mindesthaltbarkeit bei ungeöffneter Packung unter normalen Lagerbedingungen.
Sofern in der Gebrauchsinformation keine Einschränkung in Bezug auf die Haltbarkeit nach Anbruch gemacht wird, gilt als Orientierung das auf der Packung aufgedruckte Verfallsdatum ('Verwendbar bis).
Der Schutz der Gesundheit von Babys und Ungeborenen ist ein wichtiges Ziel in unserem Gesundheitswesen. Es hat einen hohen Stellenwert für Hebammen und Geburtshelfer, Ärzte und Ärztinnen, die die Mütter begleiten. Besonders berücksichtigt wird es auch von den Behörden und der Industrie im Rahmen der Arzneimittelzulassung.
So enthalten viele Packungsbeilagen einen Hinweis zur Verwendung des Arzneimittels in Schwangerschaft und Stillzeit. Wenn schädliche Wirkungen bekannt oder auch nur theoretisch denkbar sind, wird unter Gegenanzeigen angegeben, das Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nicht anzuwenden.
Viele Packungsbeilagen enthalten darüber hinaus im Abschnitt „Vorsichtsmaßnahmen“ die Angabe: „Wie alle Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt (oder Apotheker) anwenden.“ Eine Selbstmedikation soll damit ausgeschlossen werden und eine eventuelle Anwendung soll nur nach fachlicher Beratung erfolgen.
Eine Messerspitze (MS) Pulver (Verreibung) entspricht 0,2 g Füllmenge Pulver (Verreibung).
In einer 10 g Flasche Infludoron sind ca. 1.200 Streukügelchen (Größe 3, HAB) enthalten
(1 g entsprechen ca. 120 Streukügelchen).
Die Calendula-Wundsalbe eignet sich zur Nachbehandlung von Wunden, auch bei verzögerter Wundheilung und Neigung zu Vereiterung sowie oberflächigen Entzündungen. Calendula hat den Vorteil, nicht nur den Wundverschluss und damit die Heilung zu fördern, sondern sie wirkt auch Entzündungshemmend.
Die Weleda Heilsalbe enthält neben Calendula auch Bingelkraut (Mercurialis perennis), Perubalsam, Lärchenharz (Resina laricis) und Antimon (Stibium metallicum praeparatum). Diese Bestandteile wirken können sowohl oberflächlich als auch in die Tiefe heilend und keimreduzierend wirken. Aufgrund Ihrer Wirkstoffe eignet sich die Weleda Heilsalbe auch bei Furunkeln und Abszesse.
Cardiodoron ist ein Medikament, das die Wirkungen von drei sehr charakteristischen, teilweise polar auf den menschlichen Organismus wirkenden Heilpflanzen im Sinne einer originären Komposition miteinander verbindet und auf das Herz-Kreislauf-System ausrichtet.
Sowohl Cardiodoron, als auch Cardiodoron mite enthalten Zubereitungen aus Eselsdistel, Frühlingsprimel und Schwarzem Bilsenkraut (Hyoscyamus niger).
Jede der enthaltenen Heilpflanzen hat einen speziellen, z.T. aus der Naturheilkunde schon seit Langem bekannten Bezug zu spezifischen Störungsbildern; die Komposition von Cardiodoron kräftigt darüber hinaus primär „salutogenetisch“ (d. h. gesundheitsbildend) die polaren, im reagiblen, schwingungsfähigen Rhythmusgeschehen vereinten Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems und das Herz als dessen Zentralorgan. Die gesunde (und gesundende) Funktionalität des Herz-Kreislauf-Systems wird gestärkt und geordnet.