Baldrian
Name: Valeriana officinalis L.
Botanische Familie: Valerianaceae, Baldriangewächse
Heimat: Valeriana officinalis ist in Europa und Asien heimisch. Er ist bevorzugt auf feuchten Wiesen und in Wäldern anzutreffen.
Beschreibung: Der ausdauernde Baldrian gehört zur Familie der Baldriangewächse. Bei guten Standortbedingungen kann er eine Höhe von bis zu 150 cm erreichen. Der Stängel ist hohl und gerillt. Ihm entspringen in gegenständiger Anordnung die unpaarig gefiederten Blätter. Die Blattpaare werden zur Blüte hin immer kleiner. Die einzelnen Teilblätter sind lanzettlich geformt. Am Ende des Stängels thront der vielblütige, rosa bis weiße Blütenstand. Die Blüten sind dicht angeordnet und haben einen Durchmesser von ungefähr 5 mm. Die Früchte des Baldrians sind 2 bis 4 mm lang und haben einen feinen Haarkranz, damit sich die Samen mit dem Wind verbreiten können.
Verwendete Pflanzenteile: Radix (Wurzel)
Inhaltsstoffe: 0,5 - 1 % ätherisches Öl, Valerensäuren, geringe Mengen Valepotriate.
Wirkung: Die Wurzel des Baldrian wirkt ausgleichend und beruhigend, und daher positiv auf den Schlaf.
Historisches: Baldrian zählt zu den größten Heilpflanzen, daher wurde ihm auch der Name Valeriana officinalis (Valere, lat.: stark sein, gesund sein) gegeben.
Volksmedizinische Verwendung: Dokumentationen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zufolge, wurde der Baldrian für alle möglichen Leiden eingesetzt. Baldrian bediente ein sehr breites Anwendungsspektrum von akutem Rheumatismus, Würmerbefall, über Husten und Blähungen hin zu chronischen Diarrhöen.
Neben allen anderen Anwendungsgebieten wurde aber damals bereits beobachtet, dass Baldrian bei Krämpfen Entspannung herbeiführt, günstig wirkt bei Epilepsie, nervösen Herzleiden oder Hysterie. Die Kommission C
und E bestätigen die Wirkung bei Unruhezuständen und nervös bedingten Einschlafstörungen.
Baldrian in der Anthroposophischen Medizin: Hat sich ein Mensch zu sehr in seine Gedanken verlagert und wird von seinen Kopfkräften dominiert, kommt es in seinem Körper zu einem Ungleichgewicht. Das Sinnes-Nerven-System hat Überhand genommen und sich verselbstständigt. Der Mensch "steht neben sich", in Gedanken abgeschweift.
Das Gleichgewicht zwischen Sinnes-Nerven-System und Gliedmaßen-Stoffwechsel-System hat sich verlagert. Durch die Gabe der Baldrian-Wurzel wird das übermäßige Abdriften in die geistige Welt gestoppt. Die Denkprozesse werden wieder in den Gesamtorganismus integriert.
Die Wurzel erdet den Menschen und holt ihn zurück ins Jetzt. Ein neues Gleichgewicht zwischen den Polen stellt sich ein, die gedankliche Unruhe legt sich. Das Gefühl geistiger Ruhelosigkeit verschwindet und ermöglicht es wieder gut in den Schlaf zu finden und gibt tagsüber innere Gelassenheit.
Baldrian bei Weleda: Die Wurzel des Baldrian wird dann geerntet, wenn sich die im Sommer angereicherten Wirkstoffe in die Wurzel zurückgezogen haben. Im Oktober wird im Weleda Heilpflanzengarten nach der Wurzel gegraben und anschließend in der Tinkturenherstellung weiter verarbeitet.