Weinrebe
Name: Vitis vinifera L. - Weinrebe, Weinstock
Botanische Familie: Vitaceae - Weinrebengewächse
Unterarten: Vitis vinifera subsp. sylvestris - Wilde Weinrebe / Vitis vinifera subsp. vinifera - Edle Weinrebe
Heimat: Ursprünglich aus dem vorderasiatischen Raum stammend, wird die Edle Weinrebe mittlerweile weltweit in gemäßigten Klimazonen kultiviert.
Die Wilde Weinrebe findet ebenfalls ein weites Verbreitungsgebiet, allerdings ist ihr Bestand vor allem innerhalb Europas rückläufig. In Deutschland gilt sie als „vom Aussterben bedroht“.
Vorkommen: Die Weinrebe liebt sonnige, warme Standorte. Sie bevorzugt trockene, lockere und mineralische Böden- mit stark verdichteten Böden und Staunässe kann sie nicht gut umgehen. Der Standort prägt die Qualität der Pflanze und ihrer wertvollen Inhaltsstoffe.
Beschreibung: Der Kletterstrauch trägt eine enorme Wachstumskraft in sich - bis zu 30m lang können seine Triebe werden. Doch bevor die Pflanze im Frühjahr austreibt, ahnt man von alldem nichts, der meist stark verholzte, knorrige Stamm deutet nicht auf die Vitalität der Weinrebe hin. Ihre Wurzeln reichen weit in die Erde, bis zu einer Tiefe von 20 m. Sie ermöglichen der Weinrebe auch ein Wachstum in schwierigeren Hanglagen und in trockenen Regionen. Außerdem versorgen sie die Pflanze mit Wasser und Nährstoffen.
Die herzförmigen Blätter sind wechselständig angeordnet, mehrfach gelappt mit unregelmäßig gezähntem Blattrand. Die kleinen grünlich- gelben Blüten wirken als einzelne Blüte betrachtet unscheinbar, im Verbund als längliche Rispe sind sie jedoch als üppiger Blütenstand wahrnehmbar. Aus ihnen entwickeln sich dann in einem Reifungsprozess die fleischigen Beeren - die Weintrauben.
Inhaltsstoffe: Flavonoide, Gerbstoffe, organische Säuren, Polyphenole, Zucker, Mineralstoffe
Wirkung: Extrakte aus rotem Weinlaub werden bei Venenschwäche, schweren Beinen und Neigung zu Krampfadern eingesetzt. Vor allem der hohe Gehalt an Flavonoiden wird für die Wirkung verantwortlich gemacht. Entsprechende Extrakte aus dem Weinlaub können zur Linderung von Schwellungen und einer Verbesserung der Mikrozirkulation beitragen. Ebenso werden positive Einflüsse bei venösen Entzündungstendenzen diskutiert.
Historisches: Die Weinrebe zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Doch auch medizinisch wird sie seit der Antike genutzt. Neben der medizinischen Verwendung des Weines wurden auch Zubereitungen aus Weinblättern vielfältig genutzt. Ein Pionier seiner Zeit war der griechische Arzt Dioskurides, der in seinem Werk der Arzneimittellehre auf die heilsame Anwendung von Weinblättern eingeht.
Jedoch erst Mitte des 20. Jahrhunderts erhielt die Therapie mit rotem Weinlaub einen festen Platz in der Phytotherapie. Bei der Verwendung von rotem Weinlaub in der Pflanzenheilkunde gilt vor allem Frankreich als Wegbereiter, wo bereits seit längerem traditionell in manchen Regionen Weinlaub bei venösen Beschwerden eingesetzt und geschätzt wird.
Weinrebe in der Anthroposophischen Medizin: Wärme und Licht prägen ihr vitales Wesen. Wird sie nicht gebändigt, rankt sie nahezu endlos Wärme und Licht entgegen, während sie tief in der Erde verwurzelt ist. Mit Hilfe der kosmischen Sonnenkräfte bildet sie wertvolle Inhaltsstoffe. Ihr Umgang mit Wärme, Flüssigkeit und Zucker weist Parallelen zur menschlichen Leber auf, die auch in besonderer Weise mit den Flüssigkeitsströmen des menschlichen Körpers umzugehen weiß und eine wichtige Rolle in Bezug auf Wärmeorganismus und Zuckerstoffwechsel spielt. Insofern verwundert es nicht, dass in der Anthroposophischen Medizin aus den gedörrten Blättern der Weinrebe, zusammen mit weiteren Wirkstoffen Arzneimittel hergestellt werden, die die Selbstregulation der Leber unterstützen.
Weinrebe bei Weleda: Da der Weinanbau weltweit häufig mit einer erhöhten Anwendung von sogenannten Pflanzenschutzmitteln einhergeht und teilweise umweltbelastend ist, stellte sich Weleda die Frage nach einer nachhaltigen Beschaffung des Rohstoffs. Es wurden verschiedene Anbaupartnerschaften geschlossen, beispielsweise in Peru und Portugal, um Mensch und Natur einen nachhaltigen Nutzen zu bringen. Hier werden jedes Jahr etwa drei Monate nach der Öffnung der Blattknospen die jungen Blätter sorgfältig in Handarbeit geerntet und einige Tage getrocknet, bevor sie zu Weleda gelangen.
Dort werden aus ihnen - mit Hilfe ausgewählter pharmazeutischer Verfahren - wertvolle Arzneimittel hergestellt.
Bildquelle: Weinrebe (Vitis vinifera) von Hans auf Pixabay