Medizinischer Fachbereich

Pfennigkraut

Name: Lysimachia nummularia L.

Familie: Primulcaeae, Primelgewächse

Heimat: Das Pfennigkraut findet seinen Ursprung im eurasiatischen Raum. Heutzutage ist es als Zierpflanze weltweit verbreitet. Die Pflanze bevorzug feuchte Standorte wie Uferböschungen, Wassergräben oder etwas beschattete Plätze.

Beschreibung: Dicht an der Oberfläche tastet sich das zarte, ausdauernde Pfennigkraut über den feuchten, kühlen Boden. Der wenig verzweigte Stängel kann bis zu 50 cm lang werden. Ihm entspringen seitlich die gegenständigen, runden bis ovalen Blätter. Die kahlen Blätter erscheinen in einem kräftigen Grün und sind ganzrandig. Die einzelnen, gelben Blüten sitzen am Ende kurzer Stiele, die aus den Blattachseln hervorgehen. Eine Blüte setzt sich aus fünf eiförmigen Kronblättern zusammen. Das Pfennigkraut vermehrt sich hauptsächlich vegetativ, selten werden die kleinen Kapseln gebildet, die die Samen enthalten.

Verwendete Pflanzenteile: blühendes Kraut (herba)

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Saponine und Kieselsäure

Wirkung: Die Gerbstoffe stellen eine Verbindung zwischen dem festen und dem flüssigen, die Saponine eine Verbindung zwischen dem flüssigen und dem luftigen Element dar. Das Pfennigkraut gleicht aus, fängt verlagerte, einseitig gewordene Prozesse ein und stellt ein gesundes Gleichgewicht zwischen dem festen, luftigen und wässrigen Element wieder her. Anwendungsgebiete können z. B. feuchte, schlecht heilende Hautverletzungen, entzündliche Veränderungen des Magen-Darm-Trakts oder Husten sein. Die im Pfennigkraut ebenfalls enthaltende Kieselsäure fördert die Struktuierung und Bildung einer intakten Haut- und Schleimhautgrenze.

Historisches: Der Gattungsname Lysimachia geht Sagen zufolge auf den Feldherrn Lysimachos zurück, der die Pflanze erstmals entdeckt haben soll. Dank der gleichmäßigen, runden Blätter in der Größe einer Münze kam das Pfennigkraut zu seinem Artnamen. Nummularia stammt vom lateinischen Wort "nummus" ab, was Münze bedeutet. Die volkstümliche Bezeichnung Münzkraut ist heute weniger geläufig als Pfennigkraut.

Volksmedizinische Verwendung: Hauptanwendungsgebiet des Pfennigkrauts ist der Volksheilkunde war der Husten. Abkochungen des Krauts wurden aber auch als Umschlag bei schlecht heilenden Wunden und Ekzemen verwendet. Dokumentiert wurde dies unter anderem in den Aufzeichnungen von Adam Lonicerus, einem naturforschenden Arzt (1528 - 1586), der über die Verwendung des Krautes neben Husten bei frischen Wunden und Geschwüren schrieb. Er bezeichnet es als "sehr nützlich kraut".

Pfennigkraut in der anthroposophischen Medizin: Wie ein Flechtwerk zieht das Pfennigkraut seine Ausläufer über die offenen Stellen feuchter Böden und web mit seinem kriechenden Wuchs einen lebenden Teppich auf die Erde. Es breitet sich wie eine schützende Decke auf der Oberfläche aus, ist eine Verbindung zwischen Wasser, Luft und Erde. Ähnlich der Haut, die als grenzbildendes Organ unterschiedlichen, elementaren Einflüssen ausgesetzt ist und vielseitige Anforderung erfüllen muss. Trotzdem schafft sie es eine einheitliche Hülle zu bilden. Übersprießende Stoffwechselprozesse oder ein unstrukturierter, sich verselbstständigender Flüssigkeitsorganismus können sich durch offene, teils feuchte Stellen auf der Haut äußern. Die Geschlossenheit der Haut ist verletzt. Das Pfennigkraut als strukturierter Flüssigkeitsorganismus kann hier als Vorbild dienen. Die Blüten, die in der anthroposophischen Medizin dem Stoffwechsel-System zugeordnet werden, wachsen beim Pfennigkraut im gleichen Takt und fast auf gleicher Ebene wie die Blätter, deren Wirkung sich auf das Rhythmische System bezieht. Durch diese enge Verbindung von Blüten und Blättern kommt es zu einer Annäherung der Stoffwechselvorgänge an das Rhythmische System. Ausufernde, sich verselbstständigende Stoffwechselvorgänge bekommen den Impuls sich wieder in die rhythmischen Abläufe des Gesamtorganismus einzugliedern. Das Pfennigkraut wirkt innerlich eingenommen integrierend auf überschießende, disharmonische Prozesse im Stoffwechsel. Äußerlich angewendet stellt es die Geschlossenheit der Haut wieder her und fördert die Bildung einer funktionierenden Grenze zwischen innen und außen.

Pfennigkraut bei Weleda: Das Pfennigkraut wird im Weleda Heilpflanzengarten in Wetzgau angebaut, der nach den Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft bewirtschaftet wird. Direkt nach der Ernte beginnt der pharmazeutische Verarbeitungsprozess des frischen Krautes.