Medizinischer Fachbereich

Hopfen

Name: Humulus lupulus L.

Familie: Cannabaceae, Hanfgewächse

Heimat: Ursprünglich kommt der Hopfen aus nordamerikanischem und eurasiatischem Raum. Er ist jedoch heute als Kulturpflanze weltweit verbreitet.

Beschreibung: Der Hopfen zählt zur Familie der Hanfgewächse. Er ist zweihäusig, d. h. es gibt weibliche und männliche Pflanzen. Die männlichen Blütenstände mit zahlreichen Blüten sind zarte Rispen, die aus Blattwinkeln entspringen. Die weiblichen zapfenartigen Blüten (Lupulus strobulus = Hopfenzapfen) sitzen hingegen entständig an langen Stielen.

Hinter einer durchsichtig-hellgründen Fruchtschuppe befinden sich die Einzelblüten, die in Summe den Hopfenzapfen ausmachen. Dies Fruchtschuppen sind mit feinen, gelben Drüsen (Lupuli glandulae) übersät. Aus diesen Drüsen stammt das Lupulin (gelbes Pulver), das sofort an den Fingern haftet, sobald man die Blütenzapfen berührt.

Beim Hopfen handelt es sich um eine windende und rankende Pflanze, die baumhoch werden kann. Der raue Stängel kann eine Länge bis zu 6 m erreichen, der sich in Kultur entlang der typischen Rankhilfen schlängelt. Kommt der Hopfen wild vor, überwächst er Hecken, Ufergebüsche, Zäune udn Mauern. Die fein-gesägten Blätter sind entweder drei- oder fünflappig und sind gegenständig. Die jüngeren Blätter sind oft noch ungeteilt. Ein ca. 3 mm langes Nüsschen bildet die Frucht von Humulus lupulus.

Inhaltsstoffe: 15 - 30 % Harz mit Hopfenbittersäuren Humulon und Lupulon (nur in weiblichen Hopfenzapfen enthalten), 0,5 % ätherische Öle, Flavonoide, Proanthozyanidine, Gerbstoffe.

Wirkung: Die Bitterstoffe im Hopfen fördern die Produktion von Speichel und Magensaft und regen damit den Appetit an. Seine beruhigenden, schlaffördernden udn krampflösenden Eigenschaften werden auf die Inhaltsstoffe Humulon und Lupulon zurückgeführt. Wegen seiner leichten phytoöstrogenen Wirkung wird Hopfen auch in Kosmetika eingesetzt.

Historisches: Laut Überlieferungen haben Mönche die bitteren Hopfenzapfen verwendet um das in den Klöstern gebraute Bier haltbar sowie herber und bitterer zu machen. Neben der guten Geschmacksnote weist Hopfen noch einen weiteren, für die Mönche positiven Effekt auf: Hopfen wirkt anaphrodisierend und schwächt somit den männlichen Geschlechtstrieb ab. Ob die Mönche aus diesem Grund oder wegen des Geschmacks ihr Bier gehopft haben, bleibt unklar.

Gut zu wissen: 2-Methyl-3-buten-2-ol entsteht durch Spaltung und Oxidation von Humulon und Lupulon und wirkt beruhigend und schlaffördernd.

Volksmedizinische Verwendung: Aufgrund seiner Bitterstoffe wurde der Hopfen in der Volksmedizin als appetitanregendes und verdauungsförderndes Mittel verwendet. Viel populärer war allerdings schon jeher der Einsatz von Hopfen bei nervöser Unruhe oder Schlaflosigkeit. In allen möglichen Darreichungsformen wurde und wird der Hopfen nach wie vor angewendet: sei es als Ganzkörperbad, Tee, in Form eines Hopfenkissens oder Tinktur.

Hopfen in der Anthroposophischen Medizin: So wie der Hopfen Sträucher und Zäune wie eine Decke überwächst, legt er sich auch schützend über den Menschen. Er bewahrt vor störenden Einflüssen und hebt die Gedanken aus den Lasten und Pflichten des Alltags über die Dinge. Gerade bei Menschen wo das Gliedmaßen-Stoffwechsel-System dominiert, die sich nach unten gezogen fühlen und eine innerliche Schwere entwickelt haben, wird Humulus lupulus eingesetzt.

Es hilft diese Verankerung zu lösen, nach oben zu rücken und so das Gleichgewicht zwischen den Systemen wieder herzustellen. Durch diesen Ausgleich löst er die innere Angespanntheit und Unruhe. Der durch die Überhand des Stoffwechselpols entstandene nervöse Magen, beruhigt sich. Der obere und untere Mensch sind wieder im Einklang, man ist gelöst und findet Entspannung und Schlaf.

Hopfen bei Weleda: Der Hopfen wird bei Weleda im Heilpflanzengarten in Wetzgau, der nach den Richtlinien der biologisch-dynamischen Landwirtschaft bewirtschaftet wird, angebaut. Nur wenige Meter weiter wird der Hopfen erntefrisch in der Tinkturenhrestellung verarbeitet.